Bloodshift Freediving beschreibt einen faszinierenden Mechanismus, der es Menschen ermöglicht, auch in große Tiefen zu tauchen, ohne ihre Lungen zu verletzen. Schon 1962 tauchte Enzo Maiorca tiefer als 50 Meter – ein bis dahin als gefährlich geltender Schritt. Erst 1974 zeigte eine Studie über Jacques Mayol, wie die sogenannte Blutverlagerung im Körper das tiefe Freediving überhaupt erst möglich macht.
Was ist Bloodshift?
Beim Bloodshift verlagert der Körper Blut gezielt in den Brustbereich. Durch periphere Gefäßverengung wird mehr Blut in den Lungen- und Herzbereich transportiert, um lebenswichtige Organe und das Gehirn optimal zu versorgen.
Die Blutgefäße der Alveolen dehnen sich und nehmen mehr Blut auf. So wird der Volumenverlust der komprimierten Luft in den Lungen ausgeglichen. Man kann sich das bildlich wie eine Orange vorstellen: Das Fruchtfleisch ist die Luft in den Lungenbläschen, die Schale das Blutgefäß. In der Tiefe schrumpft die Luft, während das Blutgefäßvolumen zunimmt – die Lunge bleibt geschützt.
Warum Bloodshift so wichtig ist
Der Mechanismus verhindert einen gefährlichen Unterdruck in den Lungen und schützt vor Lungen-Barotrauma. Selbst unterhalb des Residualvolumens der Lungen ist Freediving dank Bloodshift möglich, ohne dass die Lungen Schaden nehmen.
Wichtig: Bloodshift ist kein Freifahrtschein. Tiefe Tauchgänge erfordern weiterhin kontrollierte, schrittweise Annäherung und regelmäßige Wiederholungstauchgänge, damit sich der Körper an den zunehmenden Druck anpassen kann.
Training für Bloodshift
Um den Blutverlagerungs-Effekt optimal zu nutzen:
- Arbeite an flexiblen Brustmuskeln und einem elastischen Zwerchfell, um den Druck auszugleichen.
- Führe kontrollierte Tieftauchgänge durch, um deinen Körper langsam an die Belastung zu gewöhnen.
- Gib dir Zeit: Monate bis Jahre Training sind notwendig, damit sich diese Anpassungen entwickeln.
FAQ zum Bloodshift im Freediving
Was bedeutet Bloodshift beim Freediving?
Bloodshift beschreibt den natürlichen Vorgang, bei dem sich Blut aus den Extremitäten in den Brustkorb verlagert, um Lunge und Organe bei Tiefe vor dem Druck zu schützen.
Ab welcher Tiefe setzt der Bloodshift ein?
Meist beginnt der Prozess ab etwa 20–30 Metern Wassertiefe, kann aber je nach Trainingsstand variieren.
Ist der Bloodshift gefährlich?
Für gesunde, trainierte Freediver ist er ein natürlicher Schutzmechanismus. Ohne Training oder bei falscher Technik kann es jedoch zu gesundheitlichen Risiken kommen.
Kann ich den Bloodshift trainieren?
Ja. Kontrolliertes Apnoe-Training, Druckausgleichsübungen, Lungendehnungen und tiefes, entspanntes Tauchen fördern eine sichere Anpassung.
Hat der Bloodshift etwas mit Lungensqueeze zu tun?
Indirekt ja. Der Bloodshift soll Lungensqueeze verhindern. Wird jedoch zu schnell oder zu tief getaucht, kann das Risiko steigen.
Was spürt man beim Bloodshift?
Viele taucher merken kaum etwas. Manche empfinden Druck im Brustkorb, verstärkte Herzaktivität oder ein Gefühl innerer „Stabilität“.
